Kapellenaltar im Kerzenlicht mit Marienstatue, Lilien, Rosen und einem Rosenkranz.

Gegrüßet seist du, Maria

„Gegrüßet seist du, Maria“ ist das Ave Maria, das bekannteste marianische Gebet der katholischen Kirche. Sein erster Teil verbindet die Grüße des Engels Gabriel und der Elisabeth aus Lukas 1,28 und 1,42, der zweite Teil ist eine Bitte um Fürsprache. Man betet es im Rosenkranz, im Engel des Herrn und am Morgen oder Abend.

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Gebet

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Lutherbibel 1912

Von den Worten des Evangeliums zum Gebet der Kirche

Der erste Teil geht auf zwei Stellen im Lukasevangelium zurück: den Gruß des Engels Gabriel (Lukas 1,28) und den Gruß der Elisabeth (Lukas 1,42). Der Gebetstext ist die liturgische Gebetsformel und keine wörtliche Bibelübersetzung. Die Lutherbibel 1912 liest in Lukas 1,28 „Gegrüßet seist du, Holdselige“ und in Lukas 1,42 „Gebenedeit bist du unter den Weibern“. Das Gebet sagt dagegen „voll der Gnade“ und „unter den Frauen“.

Dass beide Grüße zusammen gesprochen wurden, ist in Liturgie und Frömmigkeit über viele Jahrhunderte belegt. Im Mittelalter nahm das Gebet seine heutige Gestalt an. Die Bitte „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder“ kam später hinzu. Weit verbreitet wurde die vollständige Form durch das Römische Brevier von 1568.

Der Titel „Mutter Gottes“ erinnert an das Konzil von Ephesus im Jahr 431, das Maria als Gottesgebärerin (griechisch Theotokos) bekannte. Er sagt vor allem etwas über Christus aus: Der Sohn Marias ist wahrer Gott und wahrer Mensch. In der katholischen Tradition bittet man Maria wie einen Menschen, der Gott nahe ist, um ihr Gebet für uns.

So beten Sie das Gegrüßet seist du, Maria

  1. Setzen Sie sich aufrecht hin, atmen Sie dreimal ruhig aus und werden Sie still.
  2. Sprechen Sie den ersten Teil langsam und hören Sie auf den Gruß des Engels, als wäre er an Sie gerichtet.
  3. Verweilen Sie nach dem Namen Jesus einen Atemzug lang in der Stille.
  4. Nennen Sie in der Bitte „bitte für uns Sünder“ innerlich einen Menschen oder ein persönliches Anliegen, das Sie Gott anvertrauen.
  5. Beten Sie das Gebet am Abend ein zweites Mal und danken Sie für einen Moment des Tages, der Ihnen geschenkt wurde.

Häufige Fragen

Können evangelische Christen das Gegrüßet seist du, Maria mitbeten?

Das ist eine Frage der eigenen Überzeugung, denn die Kirchen bewerten den zweiten Teil unterschiedlich. Der erste Teil besteht aus biblischen Grüßen (Lukas 1,28 und 1,42) und wird von vielen Christen als Lob verstanden. Die Bitte an Maria um Fürsprache wird in evangelischen Gemeinden meist nicht gesprochen, weil man dort Gott allein anruft.

Was bedeutet „gebenedeit“ in diesem Gebet?

„Gebenedeit“ bedeutet „gesegnet“ oder „gepriesen“. Das Wort kommt vom lateinischen benedictus, das im lateinischen Ave Maria an dieser Stelle steht. Es ist heute selten in der Alltagssprache, hat sich aber im Gebet gehalten. Es sagt, dass Maria und ihr Sohn von Gott gesegnet sind und mit Dank gepriesen werden.

Wie oft wird das Ave Maria im Rosenkranz und im Engel des Herrn gebetet?

Im Rosenkranz wird es in jedem Gesätz zehnmal gebetet, bei fünf Gesätzen also fünfzigmal. Hinzu kommen oft drei Ave Maria am Anfang. Im Engel des Herrn (Angelus) wird es dreimal gebetet. Dieses Gebet spricht man traditionell morgens, mittags und abends, oft beim Läuten der Glocken.

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