Ein Hirte mit Stab, von hinten gesehen, hütet Schafe auf einer grünen Wiese an stillen Wassern im Morgengrauen.

Psalm 23

Psalm 23 ist ein Vertrauenspsalm aus dem Buch der Psalmen, überschrieben „Ein Psalm Davids“. Er beschreibt Gott als Hirten, der versorgt, führt und im finsteren Tal begleitet. Man betet ihn morgens zur Stärkung, abends zur Ruhe und in schweren Zeiten. Dieser Text folgt der Lutherbibel 1912.

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Gebet

Ein Psalm Davids.

Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Lutherbibel 1912

Der Hirte, der Gastgeber und das finstere Tal

Die Überschrift nennt David als Verfasser. Nach 1. Samuel 16,11 war David Schafhirte, und in 1. Samuel 17,34-35 spricht er von seiner Sorge um die Herde. Ob er den Psalm selbst gedichtet hat, lässt sich nicht sicher sagen. Die Überlieferung verbindet ihn jedenfalls mit dem Hirten, der später König wurde.

Der Psalm hat zwei Bilder. In den Versen 1 bis 4 ist Gott der Hirte, der Weide, Wasser und den rechten Weg gibt. In den Versen 5 und 6 ist er der Gastgeber mit Tisch, Öl und überfließendem Becher. Auffällig ist der Wechsel in Vers 4: Bisher wird von Gott in der dritten Person gesprochen, im finsteren Tal heißt es plötzlich „du bist bei mir“.

Das Bild vom Hirten begegnet in der Bibel immer wieder: in Psalm 80,2, bei Jesaja 40,11 und ausführlich bei Hesekiel 34,11-16. Im Neuen Testament greift Jesus es auf, etwa im Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lukas 15,3-7) und in dem Wort vom guten Hirten (Johannes 10,11). Christen lesen den Psalm deshalb oft im Licht dieser Stellen.

Der Text auf dieser Seite ist die Lutherbibel von 1912, die gemeinfrei ist. Der Gottesname steht darin in Großbuchstaben als „HERR“. „Stecken und Stab“ in Vers 4 meint Hirtenstock und Hirtenstab, die zum Schutz und zur Führung der Herde dienten.

So kannst du mit Psalm 23 beten

  1. Setze dich aufrecht hin, atme dreimal langsam aus und lass die Schultern sinken.
  2. Lies den Psalm einmal still und dann noch einmal halblaut, Vers für Vers.
  3. Bleibe bei dem Bild, das dich heute anspricht, etwa die grüne Aue, der Stab oder der gedeckte Tisch, und stelle es dir einige Atemzüge lang vor.
  4. Sage Gott in eigenen Worten, was dich gerade ängstigt oder was dir fehlt, und lege es ihm hin.
  5. Wenn dein finsteres Tal gerade sehr schwer ist, sprich zusätzlich mit einem vertrauten Menschen, einer Seelsorgerin oder einem Arzt.
  6. Schließe mit einem Dank für einen Moment dieses Tages, der gut war, und bleibe noch eine Minute in der Stille.

Häufige Fragen

Wie lautet Psalm 23 in heutiger Sprache?

Moderne Übersetzungen wie die Einheitsübersetzung, die Lutherbibel 2017 oder die BasisBibel geben den Psalm in heutigem Deutsch wieder, sind aber urheberrechtlich geschützt und werden hier nicht abgedruckt. Du findest sie in jeder aktuellen Bibelausgabe. Beim Vergleichen lohnt ein Blick auf Vers 4: Das hebräische Wort zalmawet wird mal als „finsteres Tal“, mal als „Tal des Todesschattens“ übersetzt.

Welcher Psalm ist der stärkste?

Die Bibel stuft keinen Psalm als den stärksten ein; entscheidend ist, welcher zu deiner Lage passt. Psalm 23 spricht von Vertrauen und Geborgenheit, Psalm 91 von Schutz, Psalm 121 von Hilfe auf dem Weg, Psalm 130 ruft aus der Tiefe, Psalm 51 bittet um Vergebung. Bleibe bei dem Psalm, der dir gerade Worte gibt.

Warum steht Psalm 23 in manchen katholischen Ausgaben als Psalm 22?

Die lateinische Vulgata und die griechische Septuaginta zählen die Psalmen anders als der hebräische Text, deshalb führen ältere katholische Bibeln den Hirtenpsalm als Psalm 22. Die Lutherbibel und die Einheitsübersetzung verwenden die hebräische Zählung und nennen ihn Psalm 23. Wer in alten Ausgaben sucht, sollte beide Nummern kennen.

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